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Hilfe für wohnungslose
 
Mitten im Leben - Wiedereingliederungshilfe für wohnungslose Männer und Frauen
 
 



Bewohner kommen zu Wort:

„Holz ist etwas Lebendiges, das hat mich früher schon gereizt“, erklärt Timo P. Über die Caritas wurde der 28-Jährige in den Talhof vermittelt. Vor einigen Jahren hatte er eine Schreinerausbildung angefangen, die er jedoch aufgrund persönlicher und sozialer Schwierigkeiten abgebrochen hat. Im Talhof arbeitet er nun wieder in der Schreinerei und sieht in seinem Tun wieder einen Sinn. „Es macht Spaß hier, ich verstehe mich gut mit allen“, erklärt er zufrieden.

Helmut R., der dienstälteste Bewohner des Talhofs, wurde 1931 in Thüringen geboren. Es gebe hier immer viel zu tun, berichtet der 76-Jährige. Er hatte sehr unterschiedliche Arbeiten: Post, Zirkus, Großküche, Textilverarbeitung. Nach der Wende fi el es ihm schwer, sich auf die neue Situation einzustellen. Im Talhof fand er Unterstützung und Hilfe und konnte seinen weitgefächerten Interessen nachgehen. Er strickt zum Beispiel gerne und hat auch schon Hüte angefertigt. An Wochenenden kocht er zusammen mit Anderen: „Ich war früher auch in der Gastronomie tätig“, erklärt er sein Hobby.

Während der Zeit, die Siegfried G. im Talhof lebt, sei er mit der Betreuung sehr zufrieden gewesen. Er hoffe, sie auch wenn er sich bald eine Wohnung außerhalb suchen wird, weiter in Anspruch nehmen zu können. Nachdem er zwei Infarkte erlitten hatte, habe er hier sowohl mit dem Rauchen als auch mit dem Alkohol „komplett aufgehört“, erklärt der 51-Jährige. Mit den anderen Talhof- Bewohnern sei er „seit ich hier bin, ohne Probleme klar gekommen“. „Ich versuche jedem zu helfen oder einen Rat zu geben. Es ist wichtig, daß man sich untereinander hilft“, betont er.

„Mir gefällt es hier“, erläutert Rosella M., die von einer Beratungsstelle an den Talhof vermittelt wurde. Die 53-Jährige aus einer Umlandgemeinde kann ihre Fähigkeiten in der Gärtnerei z.B. beim Binden von Blumen- und Adventskränzen wiederentdecken. In der Schreinerei bemalt sie Buchstützen oder Holzosterhasen. „Ich arbeite gerne kreativ“, sagt Rosella M., „das habe ich als Kind schon gemacht“. Im Talhof herrsche eine „tolle Harmonie“, betont sie.

Ernst G. kam als Flüchtling 1946 von Tschechien in den Odenwald. Er absolvierte eine Ausbildung zum Müller, arbeitete unter anderem in Mannheim und Stuttgart. Infolge von Alkoholproblemen kam er in das PZN in Wiesloch und war dort bis zur Rente in der Großküche angestellt. 1990 fand er schließlich im Talhof ein Zuhause. „Hier komme ich gut zurecht“, berichtet der 74-Jährige zufrieden, „ich habe ein schönes Zimmer mit eigenen Möbeln“. Eine Zeit lang habe er in der Wäscherei an der Mangel gestanden, erzählt Ernst G., inzwischen knüpfe er in seiner Freizeit Teppiche.

„Ich bin zufrieden und kann mich nicht beschweren“, fasst Karlheinz B. seine lange Erfahrung mit dem Leben im Talhof zusammen. Seit elf Jahren wohnt er hier. Der 53-Jährige aus der Rhein-Neckar Region arbeitete in der Vergangenheit unter anderem als Gabelstaplerfahrer und Maurer. Später verschlug es ihn nach Stuttgart, von wo aus er nach einer schweren Krankheit in den Talhof vermittelt wurde. Er packt gerne mit an, sei es in der Schlosserei oder der Wäscherei. „Die Arbeit ist gut“, bemerkt Karlheinz B., „besser als im Büro“, und schmunzelt dabei.

Er treibt gern Sport, erzählt Philipp H., mag Tischtennis, Fußball und Joggen: „Jeden Morgen stehe ich um 6 Uhr auf und laufe drei bis vier Kilometer“, so der 56-Jährige. 2003 war der gebürtige Kasache seinen Verwandten nach Deutschland gefolgt. Im Talhof arbeitet er in der Schlosserei: „Drehen, schweißen, was kommt, mach´ ich“, erklärt er. Zudem macht er gerade den Führerschein. „Die Theorie hab’ ich schon“, berichtet Philipp H. stolz. Im dritten Jahr lebt er nun schon im Talhof und ist jetzt auf Wohnungssuche. Dem Schritt in die Selbstständigkeit steht nichts mehr im Wege.

„Man ist gut untergebracht“, berichtet Klaus N. über sein Leben im Talhof. Zudem sei seine Arbeit in der Schreinerei sehr angenehm: „Im Winter ist man im Warmen“, scherzt der 68 Jahre alte langjährige Bewohner. Bevor Klaus N. dort ein Betätigungsfeld fand, war er in der Wäscherei aktiv. An den Werkstätten schätze er, dass dort „keine Hetze“ aufkomme. Mit den Mitarbeitern und anderen Bewohnern des Talhofs komme er gut zurecht, erzählt der gebürtige Großstädter, „es ist ein gutes Angebot“, fasst er zusammen.

Seit knapp einem Jahr zählt Doris Y. zu den Bewohnern des Talhofs. Bevor sie sich entschied, hierher zu kommen, habe sie sich den Talhof zunächst angesehen, erklärt die gebürtige Odenwälderin. Der Eindruck überzeugte auf Anhieb, sie beschloss zu bleiben. Sie begann in der Wäscherei zu arbeiten – eine Tätigkeit, die ihrem Tagesablauf „Struktur gibt“, wie die 37- Jährige erzählt. Nebenbei hilft sie zudem in der Küche aus. „Man ist nicht alleine, hat immer was zu tun und kommt nicht auf dumme Gedanken“, so Doris Y.

„Ich finde es sehr gut, dass man hier eine Chance kriegt“, sagt René G., der nach Drogenproblemen und einem Gefängnisaufenthalt seinen Weg aus dem Kraichgau in den Talhof fand. Vier Lehren hat er in der Vergangenheit abgebrochen. Kaum im Talhof angekommen, habe er sofort gesagt, er wolle in der Gärtnerei arbeiten und dort eine Ausbildung machen. „Die Arbeit macht sehr viel Spaß“, erzählt der 22-Jährige. Besonders engagiert er sich für das Teegartenprojekt und sorgt für die Setzlinge. Daneben übernimmt er auch manchmal den Verkauf von Obst und Gemüse. Besonders viel Freude hat er beim Zusammenstellen von Blumensträußen.

Mario R. interessiert sich für Fußball und spielt gerne in befreundeten Hobbymannschaften. Ein Jahr wohnt er inzwischen im Talhof. In der Schlosserei erhielt der 45-Jährige Gelegenheit, wieder im erlernten Beruf zu arbeiten: Mario R. ist Maschinenbauer. Er wurde in Sachsen geboren und folgte später seiner damaligen Freundin in den Rhein-Neckar-Kreis. Nach Problemen fand er schließlich im Talhof Unterkunft und Hilfe. Er freut sich, auch wieder Kontakt zu den Eltern in der Heimatstadt gefunden zu haben.

„Holzarbeiten lagen mir immer schon, es ist fast eine Berufung“, sagt Angel M., der seit drei Monaten in der Schreinerei tätig ist. „Ich bin heilfroh, dass ich hier bin“, sagt der 28-Jährige aus dem Rhein-Neckar-Kreis über den Talhof, „ich fühle mich gut aufgehoben“. Zuvor sei er obdachlos gewesen, durch einen Streetworker schließlich auf den Talhof aufmerksam gemacht worden. Schon einmal hatte er sich an einer Schreinerlehre versucht, nun hofft er auf die Perspektive, in der Talhof- eigenen Werkstätte eine Lehre beginnen zu können.

Seit circa 20 Jahren bereits lebt Gerhard K. im Talhof. Ganz alleine habe er sich neben seinem Engagement in der Wäscherei um die vielen Kaninchen in den Stallungen gekümmert, sie mit Heu und Streu versorgt – auch dann, wenn „acht Stück gleichzeitig Junge hatten“, wie er sich erinnert. „Wenn man sieht, dass etwas wächst und gedeiht, ist man glücklich“, sagt der 59-Jährige. Für diese Passion „stehe ich Sommer wie Winter draußen“, bekräftigt er, „bei jedem Wetter, bei jeder Temperatur“.

In Norddeutschland geboren, ist Gerhard H. nach seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt für eineinhalb Jahre zum betreuten Wohnen in den Talhof gekommen. „Ich war gut untergebracht“, berichtet er, mit dem Personal und den anderen Bewohnern habe er sich bestens verstanden und gerne in der Gärtnerei gearbeitet. „Für Leute, die nicht wissen wohin, ist das eine gute Erfahrung hier“, urteilt der 67-Jährige, der bevorzugt seine Freizeit im nah gelegenen Schwimmbad verbringt, für das er sich eine Jahreskarte zugelegt hat.





  aktualisiert am:  07.11.2008
 
 
 
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